malende Liebe

Donnerstag, 16. April 2009

malende Liebe

 

Hitze

wie von Mutter Natur

geschaffen

auf alten Matrazen

posierend

 

dein Blick

deine Hände

erfassen mich

in schnellen Zügen

 

die Halle verdunkelt

nur vom Blitz erleuchtet

donnerkrachendes Genie

 

des Unwetters

Farben

fließen

gleich wildem Regen

dirigiert

von Herzen

in unser Gemälde

 

ich fühle

meine Seele schweben

zu deinem Schaffen

aus meinem Sein

 

A.B. 20.02.09



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Weihnachtstraditionen

Weihnachtstraditionen

 

in trauter Runde

ein Baum

da brennen

noch

richtige Kerzen

 

halb zusammen

 

Herringssalat

Mohnpielen

nach guter schlesischer Art

 

halb satt

 

Lise am Klavier

Peter malt

Oma trinkt Sherry

 

halber Genuß

 

Mutter wählt

...besetzt

wählt Stunden weiter

 

dann

 

ein Knistern

ein Rauschen

eine Leitung

....Lauschen

gespanntes Schweigen

kurz nur

 

ganz zusammen

 

durch die Mauer

abgehört

 

A.B., 19.02.09, Paris

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Lie|be, die; -, -n

Lie|be, die; -, -n [...]: 1. 

 

(Alphaville)

 

nicht fern

von heute

stehlen

Emotionen

sich aus Augen

 

Gedanken schweben

dürfen nicht leben

mehr

auf dieser Welt

 

Verbot der Gefühle

des Lachens

Weinens

Tränendrüsen

mutieren hinweg

in jener Zeit

 

Zungen gebunden

sterbende Herzen

die Lyrik

vergessen –

begraben

 

denn

betrügen

mit Lügen

gehört sich

nicht

 

solch Unsinnsleben

macht es leicht:

 

wir können

sterben

in diesem wortkargen Reich.

 

A.B. 18.+19.02.09, Paris

 

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Märchenprinz

Märchenprinz

 

Purple Rain

im Zimmer

 

noch feucht

die Hände

lila Farbe

 

weiße Laken

Körper

im Einklang

durchflutet

des Prinzens Musik

 

wir malen

violette Küsse

auf zarte Häute

 

die Hitze der Nacht

verläuft

auf glitzernden Körpern

sich ergebend

im Beben

dieses so frühen Lebens

 

Starfish and Coffee

rufen

zurück

in die Welt

in der es meinen Märchenprinzen nicht gibt.

 

A.B. 18.02 + 23.02.09, Paris

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Im Wald

Im Wald

 

Hüter der Tiere

in der Natur

sangst Du ihre Lieder

 

zum Winter

öffneten Tore

 

grenzenlos

sie rannten weit

 

allein

bliebst Du

bei den Eichen

 

die uralte Sonne

wirft Schatten von Ästen

und Licht auf die Fabeln

 

dir zum Verhängnis

 

A.B. 16+17.02.09

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Interzonengrenze

Interzonengrenze

 

Bebra

ruckend zum Halt

gesenkte Köpfe

in nervöser Ruhe

 

ich muß husten

 

Blicke strafen ohne Rühren

hitzig

stinkendes Zugklo

warte sitzend die Angst ins Abteil

 

Türen schlagen

irgendwo bellen Hunde

Sonne dringt durch schmutzige Scheiben

stillstehende Luft nimmt den Staub gefangen

 

draußen

kein Mensch in der toten Stille

krachende Schritte

immer näher

 

wuchtige Eile reißt an der Tür

ich sehe nur Stiefel

braune Hosen

falsches Leder auf klebrigen Sitzen

 

lautlose Angst

die Beine zucken

zitternde Papiere flehen zu Händen

zurück mit Stempel

 

und einem versteckten Lächeln

 

A.B. 14.02.09

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Wortspiegel

Wortspiegel

 

im Wortspiegel

bedecken

graue Gefühlswolken

mein Gesicht

 

Flugzeugsätze

durchschneiden

stürmische

Spiegelgelüfte

 

wortklarer Schweif

läβt

mein Auge erscheinen

rechts

hinein und hindurch

fällt

Bedeutung

 

leise

zerspringt Glas

 

vom Mund her

laufen

blutrote Worte

mit Tränen

zu

ertränken

mein Gesicht

 

in

Buchstabenscherben

 

A.B. 16.04.09

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