so nimmst du

Montag, 7. Juni 2010

so nimmst du

meine hände
drehst mich
in deine arme
hältst umschlungen
uns

eng
dein atem auf meinem haar
lächle ich
dort hin
ein kind


sodann
vermißt du
mich
den raum
die jahre

das fenster sei für dich stets angelehnt

3.6.2010

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spiegelnd

spiegelnd

aus dunkler Tiefe
mein Gesicht
im See
hoch ins All
wo es steht
allein für dich

siehst du
ich lächele 
nimm 
dreh dich nicht um
und bleibe

so finden wir Wege
auf Sternschnuppen
zur Nacht
ruhen
umsorgt vom lauen Wind

A.B. am See, 2.06.2010

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Vergißmeinnicht

Vergißmeinnicht
trotzt
nur eins bleibt
findet Weg
in das Buch
unserer Geschichte
im Traume gelesen
von deinen Lippen

allzeit verblüht zwischen Seiten

A.B. 1.06.2010

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Stumm X

Nach 800 Tagen sprichst du einmal Tod auf vielen Ebenen, verplanst die Tage deines Lebens. So verweilend am Ort, wird deine Stadt lauter, als ich durch Gassen ziehe, deine Stimme in Steinen, vom Pflaster Echo deiner Schuhe, dein Name auf Schildern, Abdruck deiner Lippen auf jedem Mund, der zu mir spricht.
Es hallt noch dein Schrei in meinem Rücken, abschiedslos.
Unser Bild gerissen von Plakatwänden, überkleistert höhnend neue Köpfe betrachten meine Suche nach Zeichen und Staub.
Sodann treibt ein Zug unsere Körper noch ferner und es vergeht eine Lebzeit bis diese Worte uns finden.

A.B. 4.6.2010

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Stumm IX

In der Ferne male ich Bilder, Menschen ohne Gesicht, deine Augen im tiefen Blau. Die Zeichen deines Namens jonglieren durch Bücher, stoßen sich, entfernt die Widmung. So trage ich den Ring, den du als erstes an mir sahst, weitgereist, graviert mit Wegen zu dir aus einem anderen Land.
Nie verband uns edles Metall, wir kratzen tiefer als in Rinde, verloren uns in Jahreszirkeln, am Abend auf der Straße noch im vollen Mond, zu groß für unsere Welt, verbrennen wir im All, im Sprung verankert, ein letztes Mal, Hand in Hand.

A.B. 2.06.2010

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Stumm VIII

Also tauschen Worte sich nur noch in Briefen, unsere Signatur von Küssen fern, Augen ergraut, wird es kälter im Raum.
Eisblau die Laken und glasige Haut atmet nicht mehr.
Aus beschriebenem Papier basteln wir Kinder, Anziehpuppen, Phantome mit erstilltem Lachen, verloren in Filmen, geschlagen an grellweiße Wand, traurige Gesichter spiegelnd, uns, projeziert vom Rad, schwarz-weiß, krank.

A.B. 1.06.2010

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Stumm VII

Kalter Rauch in der Küche, die Fenster öffnen schon lange nicht mehr. Im Kühlschrank rottet Gemüse, der Marktmann verstummt.
Die Tapete von der Wand gerissen, liebten wir uns im alten Papier, die Wände neu beschrieben.
Aus Champagnerflaschen ver-neigen sich Rosen, blättern Origami, toxisch in staubigen Falten.
Verzweiflung raßt meinen Arm über den Tisch und du bleibst stehen, in Scherben.

A.B. 30.05.2010

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